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Referat, gehalten am 17.5.2002 in Stuttgart, Rudolf Steiner Haus

Beim Treffen der Anthroposophisch-Astrologischen Arbeitgruppe Stuttgart

 

Die 9  Wesensglieder

 

Peter Bausch stellte den Zusammenhang der Planetensphären mit den menschlichen Wesensgliedern dar. Er machte darauf aufmerksam, dass es unterschiedliche Zuordnungen im Werk von Rudolf Steiner gibt. Im Heilpädagogischen Kurs (GA 317 am 6.7.1924) findet man die Zuordnung der Planetensphären zu den Wesensgliedern vom Blickpunkt des physisch-ätherischen Menschen. Das entspricht der chaldäischen Reihe, bzw. dem Aufstieg des Menschen durch die Planetensphäre im Nachtodlichen. Die umgedrehte chaldäische Reihe, d.h. den Abstieg durch die Planetensphären des sich inkarnieren-wollenden Menschen, finden wir in dem Vortragszyklus „Mikrokosmos/Makrokosmos“ (GA 119 am 22.3.1910) Dort werden die Wesensglieder auf der Grundlage des geistig-seelischen Menschen beschrieben.

 

Es scheint sich hier um zwei Zeitströme zu handeln. Der eine, der von der Vergangenheit in die Zukunft reicht und mehr den physisch-ätherischen Menschen beschreibt, der andere, der von der Zukunft in die Vergangenheit geht und mehr den seelisch-geistigen Menschen meint. Im Brennpunkt dieser zwei Zeitenströme webt der Ich-Mensch, der sich von seinen physisch-ätherischen Konditionierungen frei macht. In dem Vortragszyklus "Exkurse in das Gebiet des Markus-Evangelium" (GA 124, am 18.12. 1910) beschreibt Rudolf Steiner, wie sich der geistige Mensch bei seinem Erwachen gegen den Tageslauf der Sonne, d.h. von Ost nach West, stemmt. Seine Orientierung wird jetzt vom Jahreslauf der Sonne bestimmt, d.h. er bewegt sich vom Widder über den Stier zu den Fischen.

 

Für unsere astrologische Forschung könnte dies bedeuten, den Blickwinkel gegen die Häuser (im Uhrzeigersinn) zu richten, wenn wir die niedere Natur des Menschen betrachten und gegen den Uhrzeigersinn beim Blick auf den geistig-seelischen Menschen.

 

Auch müsse dann die Zuordnung der Planetenkräfte zu den Wesensgliedern intuitiv gefunden werden, da eine Umkehrung der chaldäischen Reihe nicht schlagartig erfolgt , sondern durch viele Leben hindurch.

 

Im weiteren stellte Peter Bausch die Wesensgliederzuordnung des Menschen nach Georg Goelzer

(Der Ich-Kosmos) dar und stellte diese kurz vor. Der Materieleib des Menschen findet seine stärkste Ausbildung im vorderen Fußbereich und wird astrologisch dem Saturn zugeordnet. Der ätherische Leib wird durch Jupiter repräsentiert, wobei die Leber das Hauptorgan des ätherisch-horizontalen Stromes darstellt. Der Astralleib des Menschen wird durch Mars repräsentiert und ist hauptsächlich im Nerven-Sinnessystem des Kopfes konzentriert. In Verbindung zu diesen drei Leibern stehen die zukünftigen geistigen Wesensglieder des Menschen.

 

Der umgewandelte Astralleib wird zum Geistselbst, wobei dieses Heiliggeistige in der Kunst und im Kult oft durch Kopfschmuck, Tonsur, etc. verbildlicht wurde. Es ist das Einwirken des Engels, welches von hinten-oben empfunden wird. Um dieses Geistselbst zu erwerben, bedarf es der Überwindung des luziferischen Doppelgängers, welcher astrologisch durch Uranus repräsentiert wird. Als zweites geistiges Glied gilt der Lebensgeist, welcher durch die Umwandlung des Ätherleibes erlebt wird. Den notwendigen Widerstand bildet der ahrimanische Doppelgänger und wird mit Neptun assoziiert. Der Geistesmensch bildet die höchste Stufe innerhalb der Wesensglieder, er ist der umgewandelte Materieleib und wird mit Pluto in Verbindung gebracht.

 

 

Diese sechs Wesensglieder werden durch drei seelische Wesensglieder verbunden. Die Empfindungsseele mit ihrer Venusqualität wirkt vom plutonischen Geistmenschen den göttlichen Willen impulsierend auf das Nerven-Sinnessystem. Die merkurielle Verstandes- und Gemütsseele webt im ätherischen Strom zwischen Ätherleib und Lebensgeist. Die Bewustseinsseele, mit ihrer Mondenqualität, spannt den Bogen zwischen Geistselbst und Materieleib.

 

Es wurde gezeigt, wie wichtig es ist, diese lemniskatische Bewegung innerhalb des Zusammenspiels der Wesensglieder, von ihrer Wirkrichtung her zu beachten. Wird z.B. das Nerven-Sinnessystem mittels Drogen gereizt, entsteht ein Strom, welcher in der Kunst oft als Hexenbesen dargestellt wurde. D.h. die Nervenenergie schießt hinunter bis über  das Wurzelchakra hinaus und kann dort als Energie wahrgenommen werden. Im Orakel von Delphi wurde diese Methode angewandt um eine Verbindung mit dem göttlichen Willensstrom zu erreichen. Heute gilt es, wie R. Steiner formulierte, (Die Sendung Michaels. GA 194... ) den neuen Jogawillen zu entwickeln, d.h. nicht mittels Atemübungen, (das wäre eine weitere unzeitgemäße Technik), die verlorengegangene Einheit mit der Natur zu suchen , sondern durch die Anschauung und Durchschauung der sinnlichen Phänomene in eine neue seelische Sinnesempfindung zu gelangen. Die andere Umdrehung der lemniskatischen Wirkung, welche im alten Prophetentum  als die Gabe der Prophetie vererbbar war und von daher ein Strom vom Materieleib zum Geistselbst gezüchtet wurde. Heute soll nicht durch Blutsbande der Weg zum Geistigen gesucht werden. Das Zusammenspiel von Nerven und Blut , um das es hier geht, wird ausführlich in Steiners „Allgemeinen Menschenkunde“ (GA 293) beschrieben.

 

Dem Referenten war es wichtig, der praktischen Arbeit eine Grundlagenarbeit voranzustellen, da der astrologische Schatz, den  Steiner in seinem Werk ausgebreitet hat, noch nicht vollständig gehoben wurde.

 

Eine andere Erklärungsmöglichkeit für den Zusammenhang planetarischer Wirkungen und Mensch ist die gemeinsame Entwicklung von Mensch und Erde. Die Verkörperungsstufen der Erde werden in den Mysterien mit planetarischen Namen belegt. So ist der erste noch eindimensionale Zustand der Erde ein reines Wärmewesen und wird mit dem Namen „Alter Saturn“ benannt. Dort entstand das geistige Urbild für unseren Physischen Leib. Eine spätere Wiederholung dieses Wesens spannte sich bis zur Umlaufsphäre des heutigen Saturns, daher die Namensgebung. Die nächste Stufe war die „Alte Sonne“, dort wurde der Ätherleib geboren. In einer späterer Wiederholung hatte sie eine Ausdehnung bis zum heutigen Jupiter. Auf der Mondenstufe wurde die Anlage für unseren Astralleib gebildet. Sie dehnte sich bis zur Marssphäre aus. Wir sehen, dass die Planeten mit uns in einer gemeinsamen Entwicklung stehen, und man daher nicht von energetischen oder materiellen Wirkungen der Planeten auf den Mensche reden kann, sondern, dass Kosmos, Mensch und Gott ein Wesen in einer einheitlichen Entwicklung ist.

 

 

 

 

Weitere Texte zur anthroposophischen Astrologie:

 

ww.astrobiografie.de

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